
Hast du Angst vorm Faschismus/Autoritarismus? Ja? Cool, weil dann bist du nicht alleine – wir haben auch Angst! Angst zu haben ist Teil von dem was uns menschlich – was uns zu Lebewesen macht: Unsere Verletzlichkeit.
Angesichts der immer größer werdenden gesellschaftlichen Katastrophen – darunter das Anwachsen des Faschismus – ist es normal und gut Angst zu haben. Ab was sollten wir trotz dieser Angst tun?
Danger Dans Antwort auf den Faschismus – in der Zeit stehen geblieben
Danger Dans Antwort auf das Anwachsen des Faschismus ist Menschen aufzufordern antifaschistische Kleingruppen zu formen, die über Faschist*innen aufklären und gewaltsam gegen sie vorgehen. So wurden in der Vergangenheit militante Nazisgruppen ziemlich erfolgreich bekämpft und gegen sie wirkt diese Strategie teilweise immer noch, aber so groß die Bedrohung durch diese ist – die größere Bedrohung ist eine kommende Herrschaft der AFD.
Eine Partei aus Zehntausenden – von Millionen gewählt – wird so nicht gestoppt werden – wir müssen die gesellschaftlichen Grundlagen des Faschismus bekämpfen.
Erste Grundlage des Faschismus: Der Staat
Warum ist eine AFD-Regierung überhaupt eine Bedrohung? Wir können diese Frage beantworten, wenn wir darüber sprechen, was den Holocaust möglich gemacht hat: Millionen Menschen konnten nur nach ihrer vermeintlichen „Rasse“ und anderen Merkmalen ausgesiebt und ermordet werden, weil es schon lange Institutionen gab, die über sie herrschten und denen gegenüber ein Großteil der restlichen Bevölkerung gehorsam war. Ohne die Kontrolle über Armeen, Polizeien und Knäste – Bahnstrecken und Autobahen, Industrien und Bürokratien sind Faschist*innen gefährlich für ihr Umfeld – aber sie können keine Diktatur über eine gesamte Gesellschaft schaffen und Millionen in Lager sperren. Was haben alle Autoritären gemeinsam? Sie wollen die staatliche Macht übernehmen!
Und der Staat hilft ihnen dabei: So schlug der Rechte Flügel der SPD unter Zuhilfenahme rechter Freikorps 1920 den größten antifaschistischen Aufstand der deutsche Geschichte – den Ruhraufstand – nieder (nachdem dieser die SPD-Regierung vor einem Putsch gerettet hatte). Der Aufstand 2020 in den USA machte die Wahlniederlage Trumps möglich. Die Demokrat*innen verfolgten danach Tausende der Aufständischen und ließen sie einsperren. Heute unterstützen demokratisch befehligte Polizeien und Nationalgarden ICE in seinem Terror.
Wovor nämlich staatlichen Eliten mehr Angst haben als, dass der Faschismus siegt, ist dass Staat und Kapitalismus ihre Macht über uns verlieren – weil dann auch Politiker*innen, Beamte, Unternehmer*inne und Reiche untergehen.
Zweite Grundlage: Die gesellschaftlichen Katastrophen
Ökonomischer Abstieg, Armut, Einsamkeit, die Zerstörung unserer Mitwelt und Krieg – die draus entstehende Migration – diese treiben direkt und indirekt den Aufstieg der AFD voran. Weil sie Menschen, die durch unsere Gesellschaft leiden oder Angst davor haben künftig zu leiden und gleichzeitig die Menschenfeindlichkeit unserer Gesellschaft als normal verinnerlicht haben, einen vermeintlich einfachen Weg geben ihrer Angst, Verletzungen und Wut ausdrucken zu geben.
Solange wie keine Eigenen – solidarischen, funktionierenden, authentischen und konfrontativen Antworten auf oder gegen die Katastrophen formulieren – Antworten, die mehr sind als die Wahl ein anderen Partei, Petitionen, symbolischen Demos oder anderes Anflehen des Staates, solange werden wir den Autoritarismus nicht stoppen.
Revolution: Diese Gesellschaft und ihre Katastrophen untergehen lassen
Alle diese Katastrophen sind kein Fehler im System, sie entstehen aus der Logik unserer Gesellschaft. Somit ist die Antwort nicht diese Gesellschaft zu verteidigen, sondern ihren Untergang herbeizuführen – Revolution. Und der erfolgreichste selbstorganisierte Kampf gegen den Faschismus in der europäischen Geschichte war genau das: 1936 in Spanien stoppten in großen Teilen des Landes anarchistische Milizen den faschistischen Putsch. Arbeiter*innen und Bäuer*innen enteigneten Land und Fabriken. Armut und Klasse wurden faktisch abgeschafft.
Dem vorangegangen waren 40 Jahre anarchistischer Kämpfe gegen Staat, Kirche und Kapitalismus. Die Revolution wurde 1937 zunächst von der Republikanischen Regierung unter Anleitung der Stalinist*innen bekämpft. 1939 siegten dann die Faschist*innen. Aber anders als in Deutschland gab es weiter massiven Widerstand, der die Diktatur beendete. Dass der Putsch 1936 gestoppt werden konnte, lag daran, dass die Menschen für mehr als nur gegen Faschismus kämpften.
Legal, illegal, scheißegal
Die Kritik an “Keine Angst” – sollte daher also sein, dass das Lied eine unzureichende Strategie und Taktik verbreitet. Doch die Kritik ist meist, dass das Lied zu Gewalt und Straftaten aufruft. Warum? Dies dient dem Staat und anderen Formen der Herrschaft: Sie funktionieren am besten, wenn Menschen sich nicht wehren und eigenständig entscheiden was ethisch richtig und falsch ist.
Die Revolution in Spanien war nicht legal oder gewaltfrei. Genauso wenig waren es die Stonewall Riots – wichtiger Startpunkt der modernen Queer-Bewegung.
Du entscheidest jetzt: Isolation, Resignation oder eine andere Welt
Wir wissen nicht was die Zukunft bringt, sicher ist nur wenn wir nicht kämpfen, haben wir schon verloren. Die queere Bewegung nach Stonewall war teils von Taktiken der Anarchist*innen in Spanien inspiriert und deshalb so erfolgreich. Das zeigt auch (zeitweilig) verlorene Kämpfe sind wichtig, denn sie können die Basis für die Nächsten sein. Du hast jetzt eine Entscheidung zu treffen: Willst du mutig sein und dich beteiligen? Unseren Kontakt und Infos um bei uns, anderen anarchistischen Projekten oder mit einen selbstgeschaffenen Gruppe loszulegen findest du auf fannysandfanyas.noblogs.org .
Anarchistische Gruppen in unserer Region
Neben uns gibt es folgende anarchistische Projekte in Bochum/Dortmund und Witten:
Anarchistische Gruppe Dortmund
Black Pigeon – Anarchistisches Buch- und Kulturzentrum
Gustav-Landauer-Bibliothek in Witten
Hilfreiches um sich selbstzuorganisieren
Sicherheitstools und -Informationen für Anarchist*innen und andere Rebellen