In eigener Sache: Bo-Alternativ belügt und versucht uns zu manipulieren

Kurzzusammenfassung:

Während/nach der Hitzewelle Ende Juni haben wir ein Plakat zur Klimakatastrophe im Ruhrgebiet veröffentlicht.
Es ging auch darum die Verbindung mit der Geschichte der Region, ökologischer Zerstörung, Klasse, Aufstandsbekämpfung Kapitalismus und Staat aufzuzeigen. U. a. schickten wir das Plakat und dessen Text auch zu Veröffentlichung an Bo-Alternativ. Bo-Alternativ ist nach eigenen Angaben „Sprachrohr und Orientierungspunkt für Initiativen und Gruppen der links-alternativen Szene in Bochum.“ Faktisch handelt es sich um die größte „alternative“ Nachrichten-Seite in Bochum – einschließlich eines Veranstaltungskalenders.
Wir rechneten gar nicht sicher mit einer Veröffentlichung. Womit wir aber noch weniger rechneten war, dass versucht wurde uns dreist anzulügen und versuchen zu manipulieren was die Gründe der Nicht-Veröffentlichung angeht. Alles weitere im Artikel.

Einleitung:

Eigentlich mögen wir es nicht uns an einzelnen Projekten in Bochum abzuarbeiten. Wir sind ein Initiative für anarchistischen Zentrum und auch wenn eine klare Abgrenzung von der linken Szene teil unserer Projektidee ist, so ist unser Fokus nicht darauf sich mit deren Verhalten auseinanderzusetzen. Was wir allerdings auch nicht mögen ist, wenn Menschen versuchen uns dreist zu belügen und denken wir ließen uns durch dreiste Lügen einfach manipulieren.

Wer so mit ideologischen Differenzen umgeht, statt die eigene Postion offenzulegen, sollte schlichtweg nicht einfach unkommentiert damit durchkommen.

Menschen können gerne unsere Positionen ablehnen und öffentlich kritisieren – sie müssen dann zwar mit Gegenreaktionen umgehen können, aber als Anarchist*innen finden wir eine transparent öffentliche Debatte und das Offenlegen der eigenen Grundhaltung sehr wichtig.
Andere jedoch anzulügen, damit sie nicht checken aus welchen Gründen Beiträge von ihnen nicht veröffentlicht werden. und dass dies wohl auch Positionsdifferenzen heraus passiert ist genau das Gegenteil. Selbstverständlich ist niemensch verpflichtet irgendwas von uns zu veröffentlichen. Aber das ist keine Begründung für dreiste Lügen und Manipulation. Was genau ist passiert?

(K)ein klassenkämpferische Plakat zur Klimakatastrophe

Am 27.06.2026 haben wir angesichts der Hitzewelle ein Plakat zur Klimakatastrophe und dem Ruhrgebiet veröffentlicht. Den Text findet ihr unter diesem Artikel. Es geht um daran, dass die Katastrophe hier mit dem industriellen Bergbau begann und dessen Folgen.

Wichtig war uns die Geschichte von ökologischer Zerstörung, Klasse, Aufstandsbekämpfung Kapitalismus und Staat zusammenbringen. Eine Perspektive, die in den Erzählungen eines großen Teils der deutschen Klimabewegung nicht vorkommt.

Wir haben das Plakat als Plakat und Flyer gedruckt und online über ein paar andere Kanäle verbreitet. Dabei war das Ziel zeitnah möglichst viele Menschen zu erreichen.

Dafür haben wir es zur Veröffentlichung auch an Bo-Alternativ geschickt. Aufgrund von Erfahrungen der anarchistischen Bewegung mit der Seite in den letzten Jahren, dass immer mal wieder unerklärt Sachen nicht veröffentlicht wurden, hatten wir aber keine großen Erwartungen und haben das in unser Mail auch ausgedrückt:
„Hallo Bo-Alternativ-Redaktion,

Wir sind uns unsicher, ob ihr aufgrund unserer gesellschaftlichen Haltung Sachen von uns veröffentlicht. Aber aufgrund des Wichtigkeit des Themas und weil kaum wer aus der Perspektive was macht – folgender Beitrag mit der bitte um Veröffentlichung an euch. Falls ihr kürzen wollt – bitte auf den Artikel auf unseren Blog verlinken: https://fannysandfanyas.noblogs.org/post/2026/06/27/die-klimakatastrophe-ist-seit-200-jahren-hier/ und ein Bild für den Beitrag ist angehängt. […]“ – Screenshot der Mail hier.

„Wir sind uns unsicher, ob ihr aufgrund unserer gesellschaftlichen Haltung Sachen von uns veröffentlicht.“ – halten wir in dem Zusammenhang weder angreifend noch konfrontativ, schlichtweg eine Faktenaussage. Damit wollten wir auch die Tür aufmachen, dass ohne viel Aufsehen keine Veröffentlichung stattfindet. Dann passiert womit wir nicht gerechnet haben.

Die Antwort eine klare Lüge

Nachdem dem der Text wochenlang nicht veröffentlichtet worden war, hatten wir eigentlich nicht damit gerechnet, dass sich die Bo-Alternativ noch meldet. Doch erhielten wir am 16.07 folgende Mail:

„Hallo,

ich schreibe euch im Namen der Redaktion. Wir hatten schon einmal darauf hingewiesen, dass wir uns vor allem als Plattform der Bochumer Bewegung verstehen und deshalb den Bezug von Beiträgen zu Bochum zu einem wesentlichen Kriterium für die Aufnahme in die Beiträge machen. Und das unabhängig davon, ob wir mit jedem Inhalt übereinstimmen oder nicht.

Wenn ihr also einen Veranstaltung oder / und einen inhaltlichen Beitrag organisiert, der diesem Kriterium entspricht, dann werden wir das sicherlich berücksichtigen.

Viele Grüße – die Dienstags-Redaktion“ – Screenshot der Mail

Nun, dass letzte Mal als wir nachgesehen haben lag Bochum Mitten im Ruhrgebiet. Und ums Ruhrgebiet geht schließlich auch in unsere Plakat. Dass, der “ Bezug von Beiträgen zu Bochum ein „wesentliche[s] Kriterium für die Aufnahme in die Beiträge“ ist – ist übrigen einfach ein dreiste Lüge.

Alleine im Juli und Juni 2026 gab es Beiträge zu Ereignissen und Veranstaltungen in Hattingen, Herne und Witten. Das finden wir auch gar nicht falsch, weil das Leben der Menschen, ihren Beziehungen und Erfahrungen ja nicht einfach an den Stadtgrenze enden. Aber es zeigt, dass die Begründung mit dem Bochum-Bezug vorgeschoben ist.

Noch mehr absurdum wird die Aussage geführt dutchund schließlich entlarvend ist, dass einen Beitrag zu einer Petitionsübergabe fürs AFD-Verbot in DÜSSELDORF gab. Die Übergabe einer NRW-weiten Petition und Kampagne hat wohl weniger Bezug zu Bochum als ein Plakat zur Klimakatastrophe im Ruhrgebiet.

Was aber sicher gar keinen lokalen Bezug mehr hat ist diese Veröffentlichung zu einem Gutachten über ein mögliches AFD-Verbot, dass am 26.06 (zwei Tag bevor wir unser Plakat zugeschickt haben) veröffentlicht wurde.

Und ja mensch kann, darüber streiten, ob ein AFD-Verbot wichtiger ist als sich gegen die Folgen der Klimakatastrophe zu organisieren und diese soweit noch möglich zu stoppen (Wozu wir im Plakat aufrufen).
Wir halten ein AFD-Verbot für autoritär und langfristig den Staat und die Rechte stärkend und denken das der Autoritarismus und die Klimakatastrophe beide aus unsere gesellschaftlichen Ordnung kommen und daher zusammen bekämpft werden müssen.

Also wie mensch sich dazu verhält ist auf jeden Fall eine Inhaltliche Positionierung und hat rein gar nichts mit dem Ortsbezug der Beiträge zu tun hat. Also hat die Redaktion schlichtweg versucht uns zu bescheißen. Und das ist bewusst passiert. Alle von uns aufgeführten Beiträge stammen aus dem Zeitraum kurz bevor oder nachdem wir unser Plakat zugeschickt haben.

Wir möchten hier nochmal betonen, unser zentrales Problem ist nicht, dass unser Beitrag nicht veröffentlicht wurde, sondern über die Gründe so offensichtlich angelogen zu werden!

Autoritarisierung – Für mehr Verbot und Strafe

Wie beschrieben gab es während unser Plakat nicht veröffentlicht wurden im gleiche Zeitraum viele Beiträge für ein AFD-Verbot. Daher wollen wir nochmal inhaltlich auf den Wunsch nach einem AFD-Verbot eingehen

Die ganze Logik einen AFD-Verbotes ist autoritär. Der Aufstieg der AFD wird angetrieben von gesellschaftlich verursachten Katastrophen wie z. B. Armut. Die selben Institutionen zu nutzen Staat, Kapitalismus – damit zusammenhängend Kolonialismus und Patriarchat – verstärkt nur diese Katastrophen, denn je mehr Macht diese Institutionen haben, desto größer mächtiger werden die Katastrophen. Diese Beiträge für ein AFD-Verbot, stammen zwar zumindest augenscheinlich nicht direkt von der Bo-Alternativ-Redaktion, aber weil sie ja eben auch ohne Lokalbezug veröffentlicht werden – zeigt sich ein Interesse der Redaktion diese Postionen zu pushen. Wir sind daher ziemlich überzeugt davon, das ein Großteil der Redaktion für ein AFD-Verbot ist.

In dem Wunsch nach einem starken Staat der endlich gegen die Faschist*innen durchgreift, um den Status Quo der Demokratie wiederherzustellen zeigt sich übrigens auch der gleiche Wunsch der viele Unterstützer*innen der AFD antreibt:

Antrieb des Verlangens sowohl nach einer AFD-Machtübernahme als auch ein AFD-Verbot sind häufig eigene Ängste im Wunsch nach Kontrolle auszuleben, weil aufgrund des eigenen Weltbilds andere Menschen etwas sind, dass grundsätzlich eine Gefahr darstellt und erzogen und beherrscht werden muss. Die weite Verbreitung diese Wunsches ist Teil des autoritären Charakters einer staatlichen Gesellschaft die Umerziehung und Strafe braucht um ihre Herrschaft zu erhalten und in der viele Menschen diese verinnerlicht haben und ihnen jede Möglichkeit gesellschaftlicher Veränderung nur auf diese Art möglich scheint. Diese autoritäre Logik unserer Gesellschaft schafft auch Empathielosigkeit und Arroganz gegenüber dem Leid Anderer.

Kalte Ignoranz gegen Empathie

Im gesamten von Deutschland beanspruchten Gebiet sind Ende Juni fast 10.000 Menschen durch die Hitze getötet wurden. Umgerechnet auf den Bevölkerungsanteil gab es während Hitzwellen Ende Juni in Bochum innerhalb eine Woche ungefähr 35 Menschen, die vorzeitig gestorben sind. Wären in Bochum über eine Woche Tag 4-5 Personen auf offener Straße erschossen oder niedergefahren wurden wäre das überall in den Medien und würde, wenn es nicht du Nazis oder Cops geschieht, eine massiven Polizeieinsatz auslösen.

Aber weil diese vorzeitigen Toten durch den Staat, Kapitalismus und Kolonialismus verursacht werden und weil sie überwiegend arm, älter, oft nicht-kartofellig und von abeleismus-betroffen sein dürften werden diese Morde kaum thematisiert.

Und um es klar zu sagen es sind Morde. Die Klimakatastrophe geschieht, weil Staat und Kapitalismus aus ihrer Notwendigkeit von Wachstum und Zentralisierung Ökosystem zerstören und immer mehr „Ressourcen“ nutzen müssen.
Doch Menschen haben und können ohne diese leben. Bis vor wenigen Jahrhunderten gab es keinen gesellschaftsgemachte Erderwärmung. Über 99.000 Jahre der Geschichte der heutigen Menschenform hinweg war der menschliche Einfluss auf das globale Klima gering. Staaten gibt es seit 5000 – 6000 Jahren. Und erst als Europa die Welt kolonisierte und den Staat (später den Kapitalismus) überall hin exportierte begannen sie die gesamte Welt zu kontrollieren und gesellschaftliche gemachte Klimakatastrophe.

Heute verfolgt die Polizei die Widerstand dagegen leisten.
Also was passiert ist ein Mord – eine Tötung andere Menschen, um eine unterdrückerische gesellschaftliche Ordnung weiterlaufen lassen zu können.
Und im Rahmen diese Massenmordes sind innerhalb einer Woche mehr Menschen umgebracht wurden als durch jene Morde, die Staat als diese anerkennt. Die Mordrate (nach Maßstäben des Staates) liegt in Deutschland bei einem Mord/Totschlag pro Hundetausend Einwohner*innen pro Jahr – das wären pro Jahr in Bochum 3-4 Menschen. Ende Juni starben 10-mal so viele.

Die Stimmen dagegen nicht zu Wort kommen zu lassen trägt selbstverständlich dazu bei, dass es wieder passiert. Außerdem ist überhaupt nicht empathisch gegenüber Menschen wie uns. die sich aus echter Empathie, Wut und in Teilen auch eigener Betroffenheit zumindest mit einem inhaltlichen Beitrag versuchen dies zum Thema zu machen. Hier zeigt sich eine Ignoranz gegenüber dem Leid der betroffenen Menschen. Und auch Arroganz gegenüber dem Versuch die wirklichen gesellschaftlichen Ursachen zu benennen und Ansätze aufzuzeigen, was dagegen getan werden.

Wer glaubt radikale Analysen und Antworten würden gebraucht veröffentlicht sie auch…
Wer glaubt es bräuchte sie gar nicht, weil mit dem üblichen Mittel – dem Staat die Katastrophen gestoppt werden können, kann sie selbstverständlich als unwichtig betrachten trotz dem was real passiert und gleichzeitig dreist die Menschen anlügen, welche radikale Analysen schreiben.

Doch warum lügt die Bo-Alternativ-Redaktion so dreist?
Wir haben keine sichere Antwort außer unsere klare inhaltliche Differenz, durch Zufall sind wir aber auf etwas gestoßen was einen zusätzlichen machtpolitischen Hintergrund vermuten lässt.

Bo-Alternativ inzwischen ein Organ der Linkspartei?

Also wir vor nun fast drei Wochen eine Antwort an die Redaktion schickten und sie damit konfrontieren, dass die Begründung Bullshit ist, geschah wieder etwas unerwartetes, erhielten wir eine Fehlermeldung. Nicht von der Redaktionsadresse, sondern von einer Privaten. Anscheint werden die Mails über einen Redaktionsverteiler geleitet. Das ist nichts besonderes, aber spannend ist wer dort auf den Verteiler und damit Teil der Redaktion zu seien scheint: Einer der beiden Spitzenpolitiker*innen und Ratsmitglieder der Linkspartei in Bochum.

Wir könnten jetzt seinen Namen nennen, Die Funktionär*innen des Staates und seiner Parteien sind jedoch austauschbar – das Problem sind nicht sie als Individuen, sondern die Rolle, welche sie einnehmen (müssen).

Stellt sich auf jeden Fall die Frage wie neutral eine Seite gegenüber Anarchist*innen sein kann, wenn in der Redaktion (mindestens) ein wichtiger Parteikader sitzt?

Warum die Linksparteispitze Angst vor uns haben könnte…

Erstmal wir sind ein kleines Projekt und wollen uns nicht wichtiger und größer machen als wir sind.

Aber so klein wir auch sind, wir sind das einzige öffentliche Projekt in Bochum, welches sich offen gegen Parteien und den Staat richtet. Das gibt es sonst nicht.

Alle andere Gruppen darunter viele Antifa-Strukturen arbeiten mit Parteien zusammen oder lehnen sie zumindest nicht ab. Zentraler Partnerin ist hierbei die Linkspartei und auch die DKP in Form ihrer Jugendgruppe der SDJA, die wie wir hier berichtet haben auch zur Revolutionären Vorabenddemo eingeladen wurde.

Unsere Ablehnung und inhaltlicher Angriff auf Parteien macht uns als schon auf einer gewisse Art zu Konkurrenz der Linkspartei (auch wenn viel kleiner sind).

Außerdem versuchen wir grundsätzlich sozial zu wirken und nicht ein verschlossene elitäre Szene zu bilden. Und wer das neben uns in Bochum vor allem noch gut hinkriegt, ist bei aller Ablehnung, die Linkspartei. Das macht sie selbstverständlich gleichzeitig bedrohlicher, weil die Energie die Menschen in sie stecken in den Staat geleitet und damit langfristig für Unterdrückung statt Befreiung genutzt wird.

An der Stelle wollen wir auch noch erwähnen, dass es vor einigen Monaten Repression von Seiten der Stadt bzw. städtischer Politik gegen uns gab. Zum Schutz Dritter können wir dazu leider keine Details nennen. Zunächst gingen wir davon, dass aus den Glauben an die Extremismustheorie motiviert war. Nun ziehen wir auch in Erwägung, dass damals die Linksparteispitze dahinter stand – und versucht uns Aktivitäten zu stören. Wir wissen es nicht sicher, aber erscheint nun eine realistische Möglichkeit.

Abschließend möchten wir noch betonen, dass wir nicht davon ausgehen, dass alle Parteimitglieder hinter solchen Dingen stehen. Gerade die Linke hat in den letzten Jahren massiv Menschen angezogen, welche nach Alternativen suchen und teils dann naiv in Parteistrukturen gelandet sind. Wir denken viele von ihnen haben ehrliche Absichten und nicht machtpolitische Ziele. Dass diese Ziele in und durch eine Partei nicht verwirklichbar, sondern Teilnahme dort ihnen entgegnen wirkt steht auf einem ein anderen Blatt.

Wie weiter bezüglich Bo-Alternativ?

Zwar würden wir uns freuen wenn Menschen aufgrund des übergriffigen Versuchs uns manipulieren Bo-Alternativ ein paar unangenehme Nachrichten schreiben – gleichzeitig gibt es andere Kämpfe.
Wer Bock hat – hier ist die E-Mailadresse der Redaktion: redaktion@bo-alternativ.de
Darüber hinaus teilt doch gerne diesen Artikel so dass weniger Menschen Bo-Alternativ unterstützen und mehr die Notwendigkeit sehen für eine eigene lokale anarchistische News-Seite.

Und steckt alle andere Energie, Zeit und Ressourcen lieber in den Aufbau anarchistischer und anti-autoritärer Strukturen. Wir brauchen mehr Veranstaltungen und Aktionen und dann bauen wir einfach was eigenes auf. Also startet selbst etwas oder kommt zu uns rum. https://fannysandfanyas.noblogs.org/post/2026/08/02/14-08-2026-nachstes-offenes-treffen-themenvorschlag-gegen-terror-uberwachung-und-kontrolle-als-queers-in-die-offensive/

Und an die Bo-Alternativ-Redaktion: Wollt ihr euch nicht einfach auflösen?
Bochum und der Rest vom Pott hat inzwischen fast 70 Jahre sozialdemokratische Elendsverwaltung erlebt. Noch mehr davon diesmal durch die Linkspartei und ihre Alliierten statt der SPD brauchen wir nicht.

Anhang: Die Klimakatastrophe ist seit 200 Jahren hier

ir haben eine kleines Plakat zur Klimakatastrophe erstellt. In diesen geht um den geschichtlichen Zusammenhang der Klimakatastrophe mit dem Ruhrgebiet, denn diese seit über 200 Jahren hier präsent. Außerdem um die Rolle von Staat und Kapitalismus. Wenn ihr auch eine anarchistische Gruppe/Projekt aus dem Ruhrgebiet seid und das Plakat benutzten wollt schreibt uns gerne eine Mail (fannysandfanyas@riseup.net) und wir können uns URL gegen eure austauschen. Gerne auch Fehler schicken, Hitze und so.

Das Plakat kann hier runtergeladen werden.

“Die Klimakatastrophe ist seit 200 Jahren hier

Hitzewellen, Überflutungen, Dürren – die Folgen der gesellschaftlich gemachten Klimakatastrophe sind heute überall.

Doch im Ruhrgebiet spüren wir sie schon viel länger. Vor 200 Jahren begann der industrielle Bergbau uns den Boden unter den Füßen zu nehmen. Die Kohle befeuerte die Hochhöfen deren Stahl das Gerüst der Deutschen Wirtschaft und Kriege bildete. Kriege, in denen Millionen verheizt wurden.
Das geschah nicht freiwillig – die wenigsten arbeiteten gerne Untertage, wenn sie anders ein gutes Auskommen fanden. Doch seit es Staaten gibt (später zusammen mit dem Kapitalismus) nehmen sie den Menschen die Möglichkeit ein gutes selbstbestimmtes Leben zu führen– sie rauben ihnen Land und zerstören lokale Gemeinschaften.

Warum sollten Menschen, die lokal in solidarischen Gemeinschaften versorgt sind, sich einer Regierung unterwerfen oder von Unternehmen ausbeuten lassen? Darum zerstört der Staat und Kapitalismus Ökosysteme, die Menschen sonst Nahrung und Schutz spenden. Darum wurden im 19. Jahrhundert Menschen verarmt und so in die Zechen gedrängt.

Der Kohlebergbau war der Beginn der Klimakatastrophe hier. Tausende starben bei Unglücken, unzählige wurden Lungen durch Staub erstickt – Land begann abzusacken – so tief, dass Gelsenkirchen, Oberhausen, Duisburg, Hamm, Recklinghausen, Gladbeck und andere Städte ohne permanentes Pumpen absaufen: In der Herschaftsprache: „Ewigkeitsschäden“.

Und als die Arbeiter*innen immer wieder versuchten sich gegen ihre Ausbeutung zu wehren – für bessere Bedienungen kämpften, oder gar eine andere Gesellschaft; waren es Militär und Polizei, die ihren Revolten niederschlugen. Genauso wie sie heute Wälder räumen.
Als es günstiger wurde woanders Kohl abzubauen und Stahl herzustellen, wurde die Region und viele Menschen weggeworfen – der Armut überlassen.
Die allgemeine Bevölkerung war und ist für Staat und Kapitalismus nie mehr als Mittel zum Zweck. Verlieren wir unsere Nützlichkeit, kriegen wir maximal noch Almosen, damit wir nicht aufbegehren.
Wer arm ist, stirbt heute in der Hitze direkt unter den Dächern oder auf der Straße. Und das wird schlimmer und mehr werden. Genauso wie die Fluten der Unwetter, die Preisanstiege durch die Dürren und die Massenmorde an den Grenzen.

Solange Politikerinnen und Reiche über uns bestimmen – solange wir treue Untertaninnen des Staates sind – werden sie uns weiter opfern. Die Katastrophe werden sie nicht stoppen. Genauso wenig wie all die Rechten, die leugnen, dass die Katastrophe gesellschaftlich gemacht ist. Oder Linke, welche weiter mit symbolischen Demos den Glauben an den Staat als Problemlöser erhalten.
Der Weg in eine kühlere Welt ist lang. Aber wenn wir die Maschinen des herrschenden Systems nicht zum erliegen bringen – uns die geraubte Erde nehmen und sie in einen lebendigen Ort verwandeln, wird die Hölle immer heißer. Die Klimakatastrophe ist seit 200 Jahren hier – nur gegenseitige Hilfe und der Aufstand gegen die Ordnung, die sie verursacht, werden uns durch sie bringen.”

Ein paar weitergehende inhaltliche Inspirationen

The Solutions are Already Here: Strategies of Ecological Revolution from Below auf Deutsch hier oder lokal bald wieder bei uns zu bekommen.

The Climate is Changing False Solutions to Global Climate Change – Crimethinc (2009).

Rethinking the Apocalypse An Indigenous Anti-Futurist Manifesto

Indigenous Action Podcast Episode 13: Unsettling Climate Colonialism